Willkommen bei den archäologischen Ausgrabungen auf der Gurina
Dellach im Gailtal


Die Tempelrekonstruktion

Bereits bei den ersten Grabungen konnten 1884 auf der Kuppe der Gurina Reste eines römischen Tempels freigelegt werden. 2004 wurde der Tempel im Rahmen des Projektes „Bewegte Geschichte, Geschichte bewegt“ erneut freigelegt und untersucht. Bei dem römischen Kultbau handelt es sich um einen so genannten gallo-römischen Umgangstempel, einen Tempeltyp, der keltische - also einheimische - und römische Elemente vereint und dessen Erbauung in die Jahre um Christi Geburt datiert. Die vielen Herkules-Statuetten von der Gurina legen nahe, dass in dem Tempel diese Gottheit verehrt wurde.

Bald nach der Freilegung entstand die Idee eines archäologischen Parks, wobei die Rekonstruktion des Tempels den ersten Schritt zur Umsetzung desselben darstellt. Die Planung des Tempels und große Teile zu dessen Umsetzung wurden dem Grabungsleiter, Peter Gamper, übertragen.

Aus dem Originalbefund ließen sich die exakten Ausmaße von 11 X 11,3 m, der Aufbau der Mauern und des Bodens, sowie Teile der Bemalung und der Nachweis von gemauerten Säulen gewinnen.

Da die Informationen aus dem archäologischen Befund nicht ausreichen, um sich ein vollständiges Bild des originalen Zustandes zu verschaffen, wurden für die Rekonstruktion Informationen von besser erhaltenen Tempeln herangezogen. Aus ihnen ließ sich zum Beispiel die Höhe des Gebäudes, Teile der Innenarchitektur und der Dachaufbau ermitteln. Weitere Details, wie die Tür, die Fenster, der Giebelschmuck und die Deckengestaltung wurden aus zeitgleichen Beispielen, vor allem aus Pompeji, übernommen.

Die Kultstatue des Herkules, dem der Tempel ursprünglich geweiht war, wurde eigens nach einer der Herkulesstatuetten von der Gurina angefertigt und stellt somit etwas ganz Besonderes dar.

Damit ist ein Bauwerk entstanden, das sehr gut den Zeitgeist und Geschmack in den römischen Provinzen um die Zeitenwende widerspiegelt.

Die Mauerreste des römischen Originals befinden sich 1,5 m östlich der Rekonstruktion und wurden somit nicht in den Neubau eingebunden oder zerstört.

 

Der Tempel ist von Juni bis September geöffnet. Eine Besichtigung von außen ist immer möglich.

Im Bedarfsfall ist außerhalb dieser Zeiten auch ein Besuch nach vorheriger Absprache mit Fam. Maria und Sieghard Robatsch, Gurina 1, Tel. +43(0)4718-632 möglich.

 

Infos zum Archäologiepark Gurina erhalten Sie im Tourismusbüro Dellach unter tourist.dellach(at)ktn.gde.at bzw. telefonisch unter +43(0)4718-301-15

 

Die Tempelrekonstruktion und die Produktion der Statue